Roman Mohapp
Emotionen und Erfahrungen
Mein Weg ist geprägt von Erfahrungen mit Energie, Wahrnehmung und Emotion. Klang, Körper, Stimme, Haltung, Atmosphäre und Präsenz begleiten meine Arbeit bis heute – vor der Kamera, beim Sprechen und im künstlerischen Blick.
Manche Erfahrungen entstehen durch die Rolle selbst, andere durch einen Ort, eine Begegnung, eine Stimmung oder durch das Vertrauen in ein Team. Gerade diese unsichtbaren Ebenen interessieren mich besonders.
Resonanz und Wahrnehmung
Auf meinem Weg habe ich immer wieder mit Schwingung gearbeitet: zuerst technisch, später körperlich, emotional und künstlerisch. In der Musikbranche waren Klang, Ton, Lautstärke, Raum und Technik meine Werkzeuge. Heute ist meine Stimme selbst ein wesentliches Instrument geworden.
Als Sprecher und Autor forme ich Stimmungen nicht nur über Worte, sondern über Atem, Rhythmus, Pausen, Klangfarbe und innere Haltung. Klänge und Töne sind für mich nicht nur physikalische Vorgänge, sondern Träger von Emotion, Atmosphäre und Bedeutung.
Auch meine Arbeit als Masseur, Wellnesspraktiker und Humanenergetiker hat meine Wahrnehmung geschärft. Ich habe erfahren, wie viel ein Mensch über Körpersprache, Spannung, Stimme, Stimmung und Präsenz ausdrückt – oft lange bevor etwas ausgesprochen wird.
Diese Wahrnehmung nehme ich auch mit in die Schauspielarbeit. So wie ich mich auf einen Menschen einschwinge, nähere ich mich auch einer Figur und ihrem Charakter. Ich versuche zu spüren, was in ihr lebt, und sie über Körper, Stimme, Haltung und Emotion glaubwürdig zu verkörpern.
Emotionen und Erfahrungen
Manche Dreherfahrungen bleiben nicht nur als Produktion in Erinnerung, sondern durch die Atmosphäre am Set, durch Begegnungen und durch Emotionen, die sie ausgelöst haben.
Meinen ersten Einsatz vor der Kamera hatte ich 1991 in der Tatort-Folge „Kinderspiel“. Seit den 2000er-Jahren bin ich regelmäßig als Komparse, Kleindarsteller, Stand-In und Double in Film- und Fernsehproduktionen tätig.
Die Kunst des Komparsen- und Kleindarstellens fasziniert mich bis heute. Es ist der Reiz, Teil einer Welt zu werden, eine Szene glaubwürdig mitzutragen und dabei oft mit kleinen Mitteln etwas Wesentliches zur Atmosphäre eines Bildes beizutragen.
Mich interessiert, was in einer Figur lebt: ihre Haltung, ihre Geschichte, ihr Moment. Jede Rolle, auch eine kleine, bringt eine eigene Aufgabe mit sich. Genau das hat mich schließlich vor die Kamera geführt.
Ich fühle den Charakter und lebe die Figur, die ich nach den Anweisungen der Regie darstellen darf. Ich liebe es, die Tiefe einer Rolle physisch und emotional spürbar zu machen.
Mich interessiert, was in einer Figur lebt, wie eine Szene wirkt und wie kleine Momente im Bild eine Geschichte mittragen können. Oft sind es nicht die großen Gesten, sondern Haltung, Präsenz, Timing, Vertrauen und Aufmerksamkeit, die eine Szene glaubwürdig machen.
Prägende Dreherfahrungen
In besonderer Erinnerung ist mir „Die Säulen der Erde“ geblieben – eine meiner ersten großen internationalen Produktionen. Dort war ich in verschiedenen Rollen zu sehen: als Mönch, als armer Bürger bei einer Hinrichtungsszene und als Hendlbauer an der Seite von Donald Sutherland. Es war eine kleine Rolle im großen Ganzen. Umso mehr berührte es mich, dass er mich in einer Drehpause von sich aus ansprach. Die Gespräche mit ihm waren für mich Begegnungen auf Augenhöhe.
In vielen Produktionen wurde ich als Polizist, Beamter, Soldat, Pfleger, Gast, Passant, Fotograf oder Teil einer größeren Szene eingesetzt. Gerade diese unterschiedlichen Aufgaben haben mir gezeigt, wie vielfältig und präzise die Arbeit im Bild sein kann.
Als Soldat wirkte ich unter anderem in Produktionen wie „Hitlers fliegender Engel“, „Der Mann mit dem Fagott“, „Die Schachnovelle“, „Kafka“ und „Sisi und ich“ mit. Besonders herausfordernd waren die langen Drehtage für „Die Schachnovelle“ – am Semmering und nachts in der Wiener Innenstadt.
Die reale Kulisse, die historischen Kostüme und die gespielten Nazi-Gesänge schufen eine emotional sehr aufwühlende Atmosphäre. Auch wenn alles gespielt ist, können solche Bilder und Stimmungen innerlich stark wirken. Solche Szenen verlangen Konzentration, innere Stabilität und psychische Stärke.
Ganz anders waren die Drehtage für Norbert Pfaffenbichlers „2551.02“. Dort schlüpfte ich in verschiedene Rollen des Horror-Genres. Gedreht wurde ausschließlich unterirdisch – mit einer ganz eigenen Atmosphäre und Energie. Diese Arbeit war düster, körperlich besonders und auf eine eigene Weise intensiv.
Wieder ganz andere Erinnerungen verbinde ich mit „Meiberger – Mörderisches Klassentreffen“. Als tanzender Partygast durfte ich eine leichtere, lebendigere Seite einbringen. Gerade solche Momente, in denen Bewegung, Musik, Humor und Spielfreude zusammenkommen, zeigen mir, wie vielseitig die Arbeit vor der Kamera sein kann.
Besonders schöne Rollen waren für mich auch Auftritte in „Das Glück ist ein Vogel“ als Teil eines Liebespaars im Hotel, in „Ibiza Affair“ als Disco-Tänzer und in „Love Machine 2“ als Hochzeitsgast.
Körperlich besonders fordernde Momente erlebte ich unter anderem bei „Die Lottosieger“, als ich in einer Überfallszene aus einem heranfahrenden Auto springen musste, und bei „Der Onkel“, wo Vertrauen, Timing und Reaktion in einer intensiven Szene entscheidend waren.
Besonders prägend war auch meine Arbeit bei „Vienna Blood IV + V“. Dort war ich an 42 Drehtagen als Stand-In / Double für Jürgen Maurer tätig. Diese Arbeit verlangte Aufmerksamkeit, Geduld, Genauigkeit und ein gutes Gefühl für Rhythmus, Position, Licht und Ablauf.
Auch Produktionen wie „Totenfrau“, „Blind ermittelt“, „SOKO Donau“, „Tatort“, „Schnell ermittelt“, „Im Schatten der Angst“, „Meiberger“, „Die Lottosieger“, „Der Onkel“ und viele andere gehören zu meinem Weg vor der Kamera.
Stimme, Sprache und Fotografie
Neben meiner Arbeit vor der Kamera bin ich auch als Sprecher tätig – für Hörbuch, Hörspiel, Voice-over, Studioaufnahmen und erzählerische Texte.
Meine Stimme ist mehr als ein Spiegelbild der Persönlichkeit. Stimme trägt Stimmung, Haltung, Präsenz und Vertrauen. Gerade beim Sprechen fasziniert mich, wie Charakter hörbar, Emotionen spürbar und Figuren zum Leben erweckt werden – über Atem, Rhythmus, Pausen und Empathie.
Als Autor und Sprecher eigener Hörbuch- und Sprachproduktionen entstanden unter anderem „Der KOAN“, „Aurora und ihr Ei“ sowie „Aurora und der erste Jahreskreis“. Außerdem war ich unter anderem in der Produktion „Wunschkonzert“ unter der Regie von Katharina Höppel zu hören.
Auch Fotografie gehört zu meinem künstlerischen Blick. Mich interessieren Menschen, Situationen, Stimmungen und Momente – vor der Kamera, hinter der Kamera und dort, wo etwas sichtbar wird, das sonst vielleicht übersehen wird.