Engagement
Als Darsteller liebe ich es immer wieder neu, in eine andere Zeit und an einen anderen Ort zu schlüpfen und jemand anderes zu sein – nein, nicht nur zu spielen, sondern für einen Moment wirklich zu sein. Im Schauspiel liegt für mich auch die Möglichkeit, sich selbst zu erfahren und zu spüren.
Es ist eine besondere Faszination, die Kunst des Komparsen- und Kleindarstellens zu leben: der Reiz, mich in andere Zeiten und Welten zu versetzen und dabei immer wieder neue Perspektiven zu entdecken. In unzähligen Spielfilmproduktionen und Werbespots habe ich als Komparse und Kleindarsteller mitgewirkt.
Mein erster Einsatz als damals 19-jähriger Komparse fand 1991 in der Tatort-Folge „Kinderspiel“ statt. Die erste internationale Großproduktion, an der ich mitwirkte, war 2010 „Die Säulen der Erde“, wo ich an der Seite von Donald Sutherland in verschiedenen Rollen zu sehen war – als armer Hendl-Bauer, als Mönch und als Bürger bei einer Hinrichtungsszene.
Trotz meiner pazifistischen Einstellung wurde ich an vielen Drehtagen häufig als Polizist oder Soldat eingesetzt. Als Polizist war ich unter anderem in verschiedenen Tatort-Folgen, in Episoden von Schnell ermittelt, SOKO Donau, Blind ermittelt, Im Schatten der Angst, Pulled Pork, 80 Plus und Sternstunden der Mörder zu sehen.
Als Soldat wirkte ich unter anderem in Produktionen wie „Hitlers Fliegender Engel“, „Der Mann mit dem Fagott“, „Die Schachnovelle“, „Kafka“ und „Sisi und ich“ mit. Besonders herausfordernd waren die langen Drehtage für „Die Schachnovelle“ – am Semmering und insbesondere nachts in der Wiener Innenstadt, wo die reale Kulisse und die gespielten Nazi-Gesänge eine emotional sehr aufwühlende Atmosphäre schufen. Solche Szenen verlangen neben schauspielerischem Können auch psychische Stärke.
Besonders schöne Rollen waren für mich Auftritte in „Das Glück ist ein Vogel“ als Teil eines Liebespaars im Hotel, in „Meiberger – Mörderisches Klassentreffen“ als tanzender Partygast sowie in „Ibiza Affair“ als Disco-Tänzer und in „Love Machine 2“ als Hochzeitsgast.
Spannende und körperlich fordernde Momente erlebte ich etwa in „Die Lottosieger“, als ich aus einem heranrasenden Auto sprang, um einen Geldtransporter zu überfallen, oder in „Der Onkel“, als ich im Moment einer Amokfahrt gegen meine natürliche Reaktion ankämpfen und dem Stuntfahrer vertrauen musste, dass er rechtzeitig vor mir zum Stehen kommt.
Ganz anders war meine Arbeit bei „Vienna Blood IV + V“, wo ich an mehr als 40 Drehtagen als Stand-In / Double für Jürgen Maurer mitwirkte. Eine völlig eigene Erfahrung waren die Drehtage für Norbert Pfaffenbichlers „2551.02“, wo ich in verschiedene Rollen des Horror-Genres schlüpfte. Gedreht wurde ausschließlich unterirdisch – mit einer ganz besonderen Atmosphäre und Energie.
Fotografie
Als Fotograf liebe ich es, besondere Momente festzuhalten, Musik und Emotionen bildlich zu erfassen und mit Empathie sichtbar zu machen.
Während der Dreharbeiten zu den letzten Folgen von „Vienna Blood“ lebte ich einerseits mehr als 100 Jahre in der Vergangenheit, während ich gleichzeitig fotografierte. Daraus entstand auch der Titel meiner Fotoserie: „Motive am Motiv“. Darüber hinaus dokumentiere ich gerne gemeinnützige Projekte und überparteiliche Initiativen fotografisch.
Stimme
Als Sprecher ist meine Stimme für mich ein Spiegel der Persönlichkeit. Sie ist weit mehr als ein Werkzeug – sie vermittelt Stimmung, Haltung, Präsenz und Vertrauen. Eine Stimme kann Wärme, Freundlichkeit, Autorität oder Selbstbewusstsein ausstrahlen. Schon kleine Veränderungen in Tonhöhe oder Sprachmelodie verraten oft mehr als Worte allein.
Berufe wie jene des Masseurs, Humanenergetikers oder Darstellers profitieren stark von einer gut entwickelten Stimme, die nicht nur Ausdrucksmittel, sondern auch Vertrauensanker sein kann. Als Therapeut habe ich diese Erfahrung selbst gemacht: Viele meiner Patientinnen und Patienten haben mich auf meine Stimme angesprochen und sich mir dadurch besonders anvertraut.
Für die Branche
Gerade in der heutigen Zeit ist die Zusammenarbeit mit anderen Menschen besonders wertvoll. Aus diesem Grund gründete ich zunächst die Initiative HEAVEN SEVEN – FREUDE AM FILM, aus der später der „1. Verein für Komparserie und Kleindarstellerei Österreichs“ entstand.
In vielen Jahren am Set hörte ich immer wieder den Satz: „Komparsen – die lebenden Requisiten.“ Doch wer so spricht, sieht weder den Menschen noch den Mitwirkenden dahinter. Genau hier setzt mein Engagement an: Kompars:innen und Kleindarsteller:innen sollen sichtbar, wertgeschätzt und als wichtiger Teil filmischer Arbeit anerkannt werden.
Unser Verein ist in Österreich in dieser Form einzigartig, weil er sich mit voller Kraft für die Interessen von Statist:innen, Kompars:innen und Kleindarsteller:innen einsetzt. Wir wollen eine starke Gemeinschaft sein, die sich gegenseitig unterstützt, fördert und vernetzt.
In einer dynamischen Branche ist Vielfalt von unschätzbarem Wert. Jede Stimme, jede Erfahrung und jedes Talent trägt zur Qualität und Lebendigkeit unserer Kunst bei.
Gemeinsam können wir viel erreichen – Hand in Hand für eine starke Gemeinschaft, die die Interessen und Anliegen ihrer Mitglieder sichtbar macht und vertritt.